LiP - Lehrerbildung in der Praxis
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Was bedeutet „LiP“?

LiP – das ist die Lehrerbildung in der Praxis der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Niedersachsen und Bremen. Es ist eine spezielle Vollzeit-Zusatzausbildung zum Waldorflehrer, dezentral angelegt in einem Netzwerk von beteiligten Ausbildungsschulen und speziell entwickelt für die Menschen, die sich

  • wohnortnah in Niedersachsen und Bremen,
  • mit den Voraussetzungen für eine Lehrergenehmigung an Waldorfschulen d. h. mit abgeschlossener Lehrerausbildung mit mindestens 1. Staatsexamen oder gleichwertigen Ausbildung z. B. Diplom
  • in einem selbstverantwortlich gestalteten Lernprozess
  • in der Praxis, d. h. im Unterricht an einer Freien Waldorfschule
  • mit einem erfahrenen, in Erwachsenenbildung und in der Begleitung von selbstverantworteten Lernprozessen geschulten Ausbildungsbegleiter

zur Waldorflehrerin, zum Waldorflehrer ausbilden wollen.

Die niedersächsischen Schulen entsenden dafür Kollegen zur LiP, die daran interessiert sind, sich als Ausbildungsbegleiter zu qualifizieren. Den Abschluss als Ausbildungsbegleiter kann nur erlangen, wer sich gemäß dem Curriculum mit den Methoden des Erwachsenenlernens vertraut gemacht und mindestens einen Lehrertrainee begleitet hat.

Selbstverantwortliches Lernen auf dem Erfahrungsweg:

  • Selbstverantwortliches Lernen, das heißt
    • sich in allen Lebenssituationen als Lernender fühlen und verstehen,
    • aus eigenem Antrieb selbstbestimmt lernen wollen,
    • den eigenen Lernbedarf feststellen und daraus
    • ein eigenes Arbeitsprogramm entwickeln,
    • das eigene Arbeitstempo,
    • die eigenen Lernstrategien und
    • die eigenen Lernbarrieren entdecken und verändern.
  • Erfahrungsweg, das heißt in der eigenen reflektierten Tätigkeit lernen, also durch
    • eigenes Unterrichten (mit Begleitung),
    • Mitgestalten von Elternabenden und
    • von Klassenkonferenzen,
    • tätiges Kennenlernen aller Bereiche einer Waldorfschule,
    • Mitarbeit in der Selbstverwaltung,
    • eigene künstlerische Arbeit,
    • Auswertung für sich und gemeinsam mit dem Ausbildungsbegleiter und
    • Spiegelung durch andere in der Intervisionsgruppe und in der Ausbilderkonferenz.

Das selbstverantwortliche Lernen auf dem Erfahrungsweg braucht begleitende Schritte auf dem Erkenntnisweg, das Lernen auf dem Erkenntnisweg braucht begleitende Schritte auf dem Erfahrungsweg!

  • Erkenntnisweg, das heißt eigene Auseinandersetzung mit
    • dem Welt- und Menschenbild der Anthroposophie,
    • den Erkenntnissen der anthroposophischen Menschenkunde (Entwicklungspsychologie) und
    • dem individuellen Schulungsweg der Anthroposophie als Möglichkeit der Persönlichkeitsbildung.
  • Begleitende Schritte auf dem Erfahrungsweg, das heißt
    • die Inhalte der Menschenkunde als erkenntnisleitende Ideen auf die Wahrnehmungen und Erfahrungen im Unterricht anwenden,
    • eigene Erfahrungen machen
      • mit den Übungen des Schulungsweges und
      • der Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit, der Präsenz, der Geistesgegenwart und der Kreativität im Unterricht

LiP: Begriffsklärungen

Ausbildungsbegleiter

Wir sprechen bewusst von Ausbildungsbegleitern und nicht von Dozenten oder Ausbildern, da wir im Sinne des Erwachsenenlernens und des selbstverantwortlichen Lernens die Hauptverantwortung für den Lernprozess bei dem Lernenden sehen und der erfahrene Waldorfpädagoge ihn auf diesem Weg in der Praxis „nur“ begleitet. Das bedeutet, dass der erfahrene Waldorfpädagoge diesen Weg des Lernens in der Praxis durch das Eröffnen und Zurverfügungstellen von Lernräumen, das Setzen von Lernbedingungen, durch Spiegelung, durch Forderung und Förderung zwar verantwortlich begleitet, aber eben nicht bestimmt.

Ausbildung der Ausbildungsbegleiter

Die Fähigkeiten für diese Art der verantwortlichen Begleitung der selbstverantworteten Lernprozesse von Erwachsenen werden von den Ausbildungsbegleitern in den Modulen erworben und geübt. Denn diese Art der intensiven Eins-zu-eins-Ausbildung in der direkten Zusammenarbeit in den verschiedenen Phasen über ein ganzes Jahr durch die Hereinnahme in die eigene Klasse und den eigenen Unterricht, durch Wahrnehmen, Feedback und Spiegelung sowie durch die laufende intensive Auseinandersetzung über menschenkundliche Fragen etc. erfordern unbedingt eine zusätzliche Ausbildung.

Lehrertrainee

Wir haben lange nach einem passenden Begriff gesucht, der auf die Menschen passen könnte, die sich zum Waldorflehrer fortbilden wollen, Menschen also, die sich in ihrem Leben soweit qualifiziert haben, dass sie bereits eine Unterrichtsgenehmigung bekämen. Denn es sind keine Studenten mehr, Auszubildende meint auch etwas anderes. So kam uns der Begriff „Trainee“, der in der Wirtschaft für die Nachwuchsschulung von Führungskräften in der Praxis benutzt wird, am ehesten passend vor – wenn wir auch über das Fremdwort nicht glücklich sind.

Die LiP versteht sich als ergänzendes Angebot zu den bestehenden Waldorf-Lehrer-Seminaren.

LiP Einsteigerinformationen als PDF Download

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